Ersetzt Holzschaum künftig Kunststoffe? © Magnus Willeke  / pixelio.de

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Ersetzt Holzschaum künftig Kunststoffe?

Juni 2015 – Forscher des Braunschweiger ‚Fraunhofer-Instituts’ ist es gelungen, einen ausschließlich auf Holz basierenden Dämmstoff zu entwickeln. Die deutlich nachhaltigere Ökobilanz gegenüber Hartschaum aus Erdöl wurde bereits ausgezeichnet: mit dem unabhängigen 'GreenTec Award'. Verliehen in der Kategorie 'Bauen & Wohnen' soll langfristig auch der Verpackungssektor von der Innovation profitieren. Das klimaverträgliche Dämmmaterial könnte nach Expertenansicht langfristig Hartkunststoff wie Styropor ersetzen.

Dämmstoffe der Zukunft
Zunächst als Dämmschutz zur Energieeinsparung bei Gebäuden entwickelt, soll der energieeffiziente Holzschaum zukünftig auch petrochemische Kunststoffe als Verpackungsmaterial ersetzen. Der Vorteil gegenüber erdölbasierten Hartschäumen soll an seiner besonders hohen Energieeffizienz liegen. Der natürliche Hartschaum steht nach unabhängigen Analysen seinem Kunststoffkonkurrenten im Anwendungsumfang in nichts nach, wird jedoch zu 100 Prozent aus der nachwachsenden Ressource Holz hergestellt. Zudem erweist sich die Neuentwicklung aufgrund ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit doch der hohen Wiederverwertungsmöglichkeit als besonders ökologisch.

'GreenTec Award für nachhaltige Holzschaumplatte', © Manuela Lingnau / Fraunhofer WKI

'GreenTec Award für nachhaltige Holzschaumplatte', © Manuela Lingnau / Fraunhofer WKI

Styroporverpackungen erhalten Konkurrenz
Zwar gibt es bereits Vliese aus Holzwolle, doch aufgrund ihrer geringen Faser- und Formstabilität sowie ihrer Anfälligkeit gegenüber Temperaturschwankungen werden derzeit zum Großteil elastische, petrochemische Schaumstoffe zu Dämmzwecken eingesetzt, die extrem kosteneffizient in der Herstellung sind. Die Umweltfreundlichkeit allerdings schient strittig: Während sie nach Auffassung vieler Fachkräfte eine hohe Energiezufuhr bei der Produktion benötigen sowie nur schwer abbaubar sind, heben Befürworter dieser Verpackungsart unter anderem den geringen Rohstoffeinsatz von nur zwei Prozent sowie eine mögliche rückstandsfreie Verbrennung nach Gebrauch hervor. Einigkeit besteht darüber, dass sowohl der auf Holz-, als auch der auf Erdöl basierende Schaumstoff auch zur Verpackung von Lebensmitteln geeignet ist und passgenau zugeschnitten bzw. gestapelt werden kann. Schließlich erweisen sich beide als relativ kostengünstig.

Welches ist der beste Grundstoff?
Die Realisierung des Verfahrens für eine Schaumstoffproduktion aus reinen Holzpartikeln ist geglückt – die Arbeit der Forscher damit jedoch nicht beendet. Aktuell gehen die Entwickler der Frage nach, welche Baumart sich als Rohstofflieferant besonders gut eignet, daneben werden Möglichkeiten zu einer umfangreichen industriellen Fertigung eruiert. Bei der Herstellung wird das Holz gemahlen, aufgeschäumt und schließlich gehärtet, möglich ist auch der Einsatz chemischer Prozessabläufe. Ob klassische Hartplatten wirklich bald durch auf Holz basierte ersetzt werden, bleibt abzuwarten.

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