Patientensicherheit und Benutzerfreundlichkeit haben oberste Priorität: Der Amber® Pen ermöglicht interaktive Anwendungen durch einen ins Label integrierten NFC-Chip. Foto: Schreiner Group

Patientensicherheit und Benutzerfreundlichkeit haben oberste Priorität: Der Amber® Pen ermöglicht interaktive Anwendungen durch einen ins Label integrierten NFC-Chip. Foto: Schreiner Group

Ein Plus an Sicherheit und Convenience

Innovative Arzneimittelverpackungen erobern den Pharmasektor

Medikamenteneinnahmen erleichtern

Nach aktuell veröffentlichten Zahlen des Grand View Research Marktforschungsunternehmens erwirtschaftete die globale Pharmaindustrie 2015 rund 89,5 Milliarden US-Dollar – nicht zuletzt aufgrund innovativer Arzneimittelverpackungen. Experten der Freedonia Group prophezeien diesem Sektor ein Wachstum von rund 6,5 Prozent innerhalb der kommenden zwei Jahre. Doch nicht nur quantitativ muss aufgerüstet werden. Anhaltende Probleme vor allem bei älteren Patienten mit der richtigen Einnahme ihrer Medikamente, aber auch Sicherheitslücken bei Onlineeinkäufen und Neuverordnungen wie die EU-Medizinprodukteverordnung vom vergangenen Oktober erfordern ein Umdenken bei Verpackungslösungen.
Bei der Patientenindividuellen Arzneimittel-Verblisterung (PAV) wird der tägliche Medikamentenbedarf eines Patienten einzeln neu verpackt und umfassend gekennzeichnet. Foto: Kreuzapotheke

Bei der Patientenindividuellen Arzneimittel-Verblisterung (PAV) wird der tägliche Medikamentenbedarf eines Patienten - entsprechend den ärztlichen Verordnungen - zusammengestellt, einzeln neu verpackt und umfassend gekennzeichnet. Foto: Kreuzapotheke

So sind seit dem 1. Oktober 2016 Ärzte in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zur Ausgabe eines ausgedruckten Medikationsplans an Patienten verpflichtet, die mehr als drei Arzneimittel zeitgleich einnehmen müssen – in Deutschland immerhin mehr als ein Drittel aller bekannten Fälle. Und durch falsch oder nicht eingenommene Arzneimittel entstehen allein in den USA jährliche Kosten von rund 300 Milliarden US-Dollar. Auf die veränderten Ansprüche regieren Hersteller mit innovativen Verpackungslösungen
Patient Alert Cards und Medical Alert Cards als Teil der Medikamentenverpackung gewinnen an Bedeutung und werden für den Patienten immer wertvoller. Foto: August Faller Gruppe

Patient Alert Cards und Medical Alert Cards als Teil der Medikamentenverpackung gewinnen an Bedeutung und werden für den Patienten immer wertvoller. Foto: August Faller Gruppe

Patient Alert Cards

Individuell beschreibbar mit personenbezogenen Daten: Anhand der Patient Alert Cards können wichtige Informationen wie Sicherheitshinweise oder Dosierungshilfen jederzeit abgelesen werden. Im Regelfall werden die Karten aus festem Papier, Folie oder Karton hergestellt und ähneln den Maßen einer herkömmlichen Kreditkarte. Sie werden als Banderolen, Etiketten oder verklebte Kombination aus Patientenkarte und Packungsbeilage in die Tablettenschachtel integriert oder an Glasflaschen angebracht. Auch spezielle Versionen wie Medical Alert Cards für Diabetiker oder Ausweise mit Hinweisen zur Organspende bzw. auf allergische Reaktionen stehen im Arzneimittelsektor zur Verfügung. Zudem können einer Verpackung durch weitere Innen- oder Außenlaschen bis zu sechs Seiten lange Faltblätter hinzugefügt werden. Dank einer Perforation können die Informationen problemlos abgetrennt und separat aufbewahrt werden.
Der ewig lange Beipackzettel könnte bald schon ersetzt werden – durch integrierte Minibildschirme oder Lautsprecher, die den Patienten individuelle Hinweise zur Einnahme geben. Foto: Kzenon/fotlia.com

Der ewig lange Beipackzettel könnte bald schon ersetzt werden – durch integrierte Minibildschirme oder Lautsprecher, die den Patienten individuelle Hinweise zur Einnahme geben. Foto: Kzenon/fotlia.com

Technik mit Zukunft

Durch in die Verpackungen eingebaute Chips, Hologramme oder aufgedruckte QR-Codes können Nutzer Originalware auf einen Blick erkennen. Intelligente Verpackungen sind zudem in der Lage, Patienten an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern. Per Smartphone liefern die cleveren Hüllen weiterführende Informationen als PDF oder per Link zur entsprechenden Website. Temperatursensoren zeigen durch Farbänderungen an, ob das Medikament die vorgegebene Aufbewahrungstemperatur über- bzw. unterschritten hat. Überhaupt wird größerer Fokus auf den Endverbraucher gelegt: Im Voraus befüllbare Spritzen vermeiden Ansteckungsrisiken durch die Nutzung qualitativ hochwertiger Barrierefolien, und rutschfeste Griffe vermeiden ein Abgleiten während der Injektion. Abziehmechanismen aus mehrschichtigen Nylon-Folien vereinfachen das Öffnen und Wiederverschließen von Verpackungen, und integrierte Minibildschirme geben Patienten Hinweise zur Einnahme, ohne dass der Beipackzettel entnommen und gelesen werden muss.
Patientenrelevante Daten werden als Banderole am Handgelenk befestigt oder können Teil der Arzneimittelverpackung sein. Foto: Zebra.com

Patientenrelevante Daten werden als Banderole am Handgelenk befestigt oder können Teil der Arzneimittelverpackung sein. Foto: Zebra.com

Single use

Doch nicht nur die Pharmaverpackungen werden cleverer, auch in der Herstellung von pharmazeutischen Produkten gehen die Konzerne neue Wege. So werden verstärkt Single-use-Systeme wie Filter, Mischer, Bioreaktoren oder Abfüllnadeln verwendet. Single-use Füllsysteme für das aseptische Abfüllen, die nur einmalig benutzt werden, gelten als zukunftsweisend. Gegenüber fest installierten Komponenten wird das Risiko der Verunreinigung von Präparaten während des Herstellungsprozesses reduziert; insbesondere in der Sterilabfüllung werden die Systeme daher immer häufiger eingesetzt.
Die Verwendung von Sigle-use beim Abfüllen, beispielsweise in Form von Schläuchen oder Abfüllnadeln, erweist sich daher aufgrund der einfacheren Reinigung und dem Ausschluss von Produktanhaftungen häufig als effizienter. Weitere Vorteile von Single-use-Systemen liegen unter anderem in kürzeren Produktionszeiten, weil die Sterilisierungs- und Reinigungsprozesse der Komponenten entsprechend entfallen und somit auch Kosten für Reinigungsmittel, Wasser und Energie eingespart werden. Darüber hinaus lassen sich Produktwechsel schneller durchführen, was eine höhere Flexibilität zur Folge hat. Und zu guter Letzt wird dem Sicherheitsfaktor besondere Rechnung getragen, denn mit Single-use-Systemen kann das Risiko von Kreuzkontamination drastisch reduziert werden.
Farbcodes können vor Verwechslung von Arzneimitteln in ähnlichen Verpackungen schützen. Foto: PACK & SPARE

Farbcodes können vor Verwechslung von Arzneimitteln in ähnlichen Verpackungen schützen. Foto: PACK & SPARE

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