Bei diesem Schokoriegel ist neben dem Geschmack nicht die Größe entscheidend, sondern die Kompostierbarkeit der Verpackung aus Pappe und Holzzellstoff. Foto: lovechock

Bei diesem Schokoriegel ist neben dem Geschmack nicht die Größe entscheidend, sondern die Kompostierbarkeit der Verpackung aus Pappe und Holzzellstoff. Foto: lovechock

Die Frage nach der Größe - Ist es nur ein Mythos oder schrumpfen die Verpackungen von Schokoriegeln?

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 Früher war alles besser.  Die Musik, das Essen und die Jugend sowieso. Sogar die Schokoriegel waren größer. Oder? Das Gerücht von den schrumpfenden Schokoriegeln hält sich hartnäckig in der Öffentlichkeit. Laut einer Umfrage der Marketingfirma Boom Online Marketing unter 1.000 Verbrauchern in Amerika und Großbritannien sagen 80 Prozent der Briten und die Hälfte der Amerikaner den Süßwarenkonzernen nach, die Verpackungen der beliebten Naschereien würden stetig kleiner, während die Preise stiegen. Doch was ist dran an dieser weitverbreiteten Meinung?
Die britische Marketingfirma Boom Online Marketing geht dem Mythos der schrumpfenden Schokoriegel auf den Grund. Foto: nic_ol / fotolia.com

Die britische Marketingfirma Boom Online Marketing geht dem Mythos der schrumpfenden Schokoriegel auf den Grund. Foto: nic_ol / fotolia.com

Schwankungen bei Größe und Gewicht

Beim Vergleich von Größe und Gewicht von beliebten Süßigkeiten im Laufe der letzten Jahrzehnte lässt sich keine einheitliche Antwort finden. Während Süßwaren wie Twix oder die Reese’s Peanut Butter Cups um 17, respektive sieben Prozent geschrumpft sind, ist zum Beispiel bei Mars, Snicker’s und Lion ein Anstieg in Größe und Gewicht zu verzeichnen. Hier zeigt die Umfrage also, dass von Jahrzehnt zu Jahrzehnt zwar Schwankungen in Größe und Gewicht der Verpackungen zu verzeichnen sind, oft die Kurve allerdings nach oben tendiert.
Maximal 250 Kalorien soll ein Schokoriegel von Mars enthalten. Foto: Mars

Maximal 250 Kalorien soll ein Schokoriegel von Mars enthalten. Foto: Mars

Nachfrage und gesundheitliche Konsequenzen

Die Verkleinerung hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die globale Nachfrage an Kakao und Schokolade enorm. Regierungen zahlen zudem an Rohstofflieferanten vermehrt Festpreise; der Anbau wird für viele Bauern dadurch nicht mehr profitabel. Hinzu kommt der Gesundheitsaspekt: Mehr als zwei von drei Erwachsenen sind heute übergewichtig oder fettleibig. Zahlreiche Initiativen wollen Unternehmen ermutigen, ihren Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit zu leisten. Der Nahrungsmittelkonzern Mars setzte sich 2012 als deklariertes Ziel, ihre Süßigkeiten auf nicht mehr als 250 Kalorien pro Portion kommen zu lassen. Damit reduziert sich natürlich auch die Größe.

Entwicklungen im Verpackungsprozess

Auch nach umweltfreundlichen Verpackungsalternativen wird in der Industrie gesucht. Hersteller wie zum Beispiel die Firma Lovechock haben eine vollkommen biologisch abbaubare Verpackung für ihre Süßwaren entwickelt, die aus Pappe aus nachhaltiger Waldwirtschaft und einer speziellen Folie aus Holzzellstoff besteht, die im heimischen Garten kompostiert werden kann. ‏Auch Unternehmen, die mit herkömmlichen Verpackungsmaterialien arbeiten, legen selbstverständlich Wert auf höchste Hygienestandards und verwenden neuste Techniken bei der Produktion. Hochleistungsverpackungsmaschinen sind in der Lage bis zu 600 Riegel pro Minute zu verarbeiten. Trotz strenger Qualitätskontrollen können jedoch Verunreinigungen nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden, wie man am Beispiel der Rückruf-Aktion von Mars-Riegeln Anfang des Jahres hat sehen können.
Die Verpackungsmaschine Starpac 600L von Bosch bietet Herstellern ein hohes Maß an Flexibilität für die Verpackung von kleinen und mittelgroßen Produkten wie Schokolade. Foto: Bosch

Die Verpackungsmaschine Starpac 600L von Bosch bietet Herstellern ein hohes Maß an Flexibilität für die Verpackung von kleinen und mittelgroßen Produkten wie Schokolade. Foto: Bosch

Haben also die Befragten recht?

Ja und nein. Während sich manche Süßwaren zwar verkleinert haben, sind andere gewachsen. Hinzu spielt die Zeit, in der die Befragten aufgewachsen sind, eine Rolle. Allerdings recht geben muss man Menschen, die in den sechziger Jahren aufgewachsen sind und behaupten, in ihrer Kindheit sei der Yorkie-Riegel von Nestlé größer gewesen als heute. Ihr Gefühl trügt sie nicht: Der Unterschied beträgt immerhin 20 Prozent.
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