Deutliches Signal aus Rom: Nahrungsmittelverluste zunehmend Top-Thema internationaler Akteure

Diese Meldung ist in den folgenden Sprachen verfügbar:


Initiative SAVE FOOD präsentiert sich zum Tag der Deutschen Einheit bei der Ständigen Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen

Beim heutigen Empfang der Deutschen Botschaft bei der Welternährungsorganisation (FAO) zum Tag der Deutschen Einheit stand das Thema Nahrungsmittelverluste im Mittelpunkt. In diesem Rahmen hat die Initiative SAVE FOOD ihre Agenda vorgestellt. Weltweit werden jedes Jahr ein Drittel aller Nahrungsmittel weggeworfen oder gehen verloren. Allein in Deutschland sind es insgesamt etwa 11 Millionen Tonnen oder 81,6 Kilogramm pro Bundesbürger. Gleichzeitig leiden weltweit rund 842 Millionen Menschen an Hunger, die durch einen Bruchteil der nicht genutzten Lebensmittel versorgt werden könnten.

SAVE FOOD ist eine gemeinsame Initiative der Messe Düsseldorf und der FAO, die seit Anfang 2013 auch von dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) unterstützt wird. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, konkrete Lösungsansätze zur Reduktion internationaler Lebensmittelverluste und
-Verschwendung aufzuzeigen, indem sie die Stärken und Expertise Ihrer Mitglieder aus Industrie und öffentlichen Organisationen bündelt. Dabei wird die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette vom Produzenten über Logistik, Handel bis hin zum Verbraucher einbezogen. Als internationale Leitmesse für die Verpackungsbranche und die verwandte Prozessindustrie übernimmt die interpack der Messe Düsseldorf dabei eine führende Rolle. Die Messe Düsseldorf bringt insbesondere die Kompetenz ihrer internationalen Kontakte aus Wirtschaft und Verbänden ein.

Den Handlungsbedarf und die Aktualität des Themas Nahrungsmittelverluste und -verschwendung betont auch der deutsche Botschafter bei der FAO und den internationalen Organisationen in Rom, Thomas Wrießnig: „Die Verringerung der Menge verdorbener und weggeworfener Lebensmittel geht alle an, uns Verbraucher genauso wie Erzeuger, Verarbeiter und Handel. Die hohen Verluste sind aus Sicht der Welternährung unerträglich, sie stellen außerdem eine nicht hinnehmbare Verschwendung natürlicher Ressourcen dar.“ Der Botschafter dankte der Messe Düsseldorf für Ihre Initiative und die Unterstützung der Veranstaltung der Ständigen Vertretung zum Tag der Deutschen Einheit

Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, und den internationalen Organisationen in Rom stellt jährlich zum Tag der Deutschen Einheit ein aktuelles Thema der Welternährung in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „less losses, more food“ konnten sich diesmal die internationalen politischen Entscheidungsträger aus dem Kreis der Ständigen Vertreter sowie der internationalen Organisationen von der Tragweite der weltweiten Nahrungsmittelverluste und der Arbeit der Initiative SAVE FOOD überzeugen.

Vernetzung der Akteure entscheidend
Daniel Gustafsson, Deputy Director-General, Operations der FAO, weist auf die Wichtigkeit der Vernetzung im Kampf gegen Lebensmittelverluste und -verschwendung hin: “Keine Organisation kann den Kampf gegen den Verlust und die Verschwendung von Nahrungsmitteln allein gewinnen. Der einzige Weg, auf dem die FAO hier Fortschritte machen kann, ist in der Zusammenarbeit mit anderen. Dabei nimmt die Industrie und insbesondere die Verpackungsindustrie eine wichtige Rolle ein. Für die FAO ist es schwierig, mit verschiedenen Industriezweigen und Unternehmen zusammenzuarbeiten, aber die Verbindung durch die Initiative SAVE FOOD bietet hierfür den perfekten Zugang.” Zur optimalen Zusammenarbeit im Rahmen von SAVE FOOD hat die FAO ein fachübergreifendes Gremium zum Thema Nahrungsmittelverluste gegründet.

Industrie steuert praktisches Wissen aus der Wirtschaft bei
„Verpackungen können wesentlich zur Verringerung von Lebensmittelverlusten beitragen“, unterstreicht Stefan Glimm, Verbandsgeschäftsführer der European Aluminium Foil Association and Flexible Packaging Europe, ein SAVE FOOD Mitglied der ersten Stunde. „Sie schützen weit mehr Ressourcen als zu ihrer Herstellung benötigt werden. Längere Haltbarkeit auch ohne Kühlketten durch bestmögliche Verpackung ist dafür nur ein Beispiel.“

Ein Drittel aller Nahrungsmittel geht verloren
Während in den wenig entwickelten Ländern jeden Tag ein Verlust von bis zu vierzig Prozent der Nahrungsmittel entsteht, indem sie verderben, bevor sie den Konsumenten erreichen, findet in den westlichen Industrienationen wie Deutschland vorwiegend Lebensmittelverschwendung statt. Bis zu dreißig Prozent aller Lebensmittel werden hier ungenutzt entsorgt. Bei einzelnen Lebensmittelgruppen sind die Zahlen der FAO besonders erschreckend: Etwa 45 Prozent der jährlichen Obst- und Gemüseproduktion sind von Nahrungsmittelverlust und -Verschwendung betroffen. Einen besonderen Ressourcenverlust stellen die 263 Millionen Tonnen Fleisch dar, die nicht verzehrt, sondern entsorgt werden. Das entspricht einem Fünftel der weltweiten Produktion. Die Ausmaße der Nahrungsmittelverluste und -Verschwendung machen die Notwendigkeit für ein Handeln unübersehbar: Bereits ein Viertel der aktuellen weltweiten verlorenen Lebensmittel würde ausreichen, um 870 Millionen hungernde Menschen zu ernähren – und damit den gesamten an Hunger leidenden Teil der Menschheit.



Über SAVE FOOD:
Die Initiative SAVE FOOD ist eine Kooperation der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, und der Messe Düsseldorf GmbH gegen weltweite Nahrungsmittelverluste und -verschwendung. Seit Anfang 2013 unterstützt auch das Weltumweltprogramm der Vereinten Nationen, UNEP, die Initiative. SAVE FOOD will die Akteure aus Wirtschaft, Politik und Forschung miteinander vernetzen, den Dialog anregen und helfen, Lösungen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette zu erarbeiten. Ziel ist es außerdem, eigene SAVE FOOD-Projekte mit Unterstützung der Industrie zu initiieren und zu fördern. SAVE FOOD startete im Mai 2011 mit einem internationalen Kongress und einer Ausstellung im Rahmen der Weltleitmesse der Verpackungsbranche und der verwandten Prozessindustrie, interpack. Zur interpack 2014 treffen sich am 7. und 8. Mai erneut Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Düsseldorf, um das Thema Nahrungsmittellverschwendung und -verluste zu diskutieren. Mehr Informationen unter www.save-food.org.


Kontakt

SAVE FOOD Pressebüro
Jan Leder
PR and Media Relations
Grayling Deutschland GmbH
Rather Str. 49 D
D – 40476 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 – 964 85-41
Fax: +49 (0)211 – 964 85-45
JL@save-food.org

Ihre Ansprechpartner

Sebastian Pflügge
Tel.: +49 (0)211 4560-464
Fax: +49 (0)211 4560-87464
pfluegges@messe-duesseldorf.de

Apostolos Hatzigiannidis
Tel.: +49 (0)211 4560-544
Fax: +49 (0)211 4560-87544
hatzigiannidisa@messe-duesseldorf.de
Presseverteiler