Das Ende von Tante Emma

Der Einfluss der Digitalisierung auf Verpackungskonzepte

Das Einkaufserlebnis, mit der die Generation ab Mitte dreißig noch aufgewachsen ist, gibt es schon lange nicht mehr. Kleine Lebensmittelläden wurden durch große Ketten ersetzt. Im Supermarkt herrscht artikelübergreifende Markenvielfalt, die Bepreisung erfolgt über Barcodes, die es ermöglichen, Preise tagesabhängig variieren zu lassen. Die Zahl der radikalen Veränderungen ist groß – doch das ist nur der Anfang. POS-Marketing lautet das Stichwort, mit dem Unternehmen wie der Softwareentwickler Global Standards One (GS1 Germany) Hersteller und Markenartikler zu neuen Impulsen bei der Produktpräsentation am Point of Sale (POS) verhelfen wollen.
In eigens eingerichteten Knowledgecentern erfahren die Teilnehmer anhand plastischer Beispiele, wie Kundenreaktionen mit Produktdarstellung und Verpackungspräsentationen gezielt beeinflusst werden können. Im Zentrum der Beobachtungen stehen der Kunde und sein Verhalten im Supermarkt.
In realitätsnahen Fallstudien können im Vorfeld der Herstellung und Platzierung Ideen für Design und Anordnung zur höchstmöglichen Gewinnerzielung erstellt werden. Foto: GS1 Germany.

In realitätsnahen Fallstudien können im Vorfeld der Herstellung und Platzierung Ideen für Design und Anordnung zur höchstmöglichen Gewinnerzielung erstellt werden. Foto: GS1 Germany.

Einkaufserlebnis der Zukunft

Zur Verfügung stehen virtuelle Shoppingpassagen, realitätsgetreue Regale und Einkaufswagen. Über spezielle Apps können Zusatzinformationen zu Herkunft oder Nachhaltigkeit von Produkt und Verpackung gezielt und direkt vor Ort abgerufen werden. Mit eingescannten Einkaufsgutscheinen wird an der Kasse automatisch ein Rabatt gewährt, und Empfehlungen und Weitergabe der Coupons an Bekannte lassen die Gutschrift noch weiter ansteigen: ein höherer Kaufanreiz für Konsumenten und ein vergrößerter Kundenkreis für die Hersteller. Und auch sonst wird Service im Supermarkt großgeschrieben: So geben zum Beispiel in der Zukunftswelt Obst- und Gemüsewaagen bereits während des Abwiegens der Kundschaft passende Rezeptvorschläge mit auf den Weg.
Erst scannen, dann abholen: 2013 entstand die Idee der virtuellen Einkaufswand für Vodafone-Mitarbeiter. Foto: Christof Kerkmann

Erst scannen, dann abholen: 2013 entstand die Idee der virtuellen Einkaufswand für Vodafone-Mitarbeiter. Foto: Christof Kerkmann

Kundenwünsche erkennen

Wie Waren optimal platziert werden können, wird in sogenannten Hot Zones gemessen: Die Häufigkeit der Nutzung bestimmter Gänge wird ebenso gespeichert und ausgewertet wie die Blickrichtungen der Konsumenten. Mit moderner Eye-Tracking-Technologie werden Pupillen-Bewegungen nachvollzogen und auf Anhieb erkannt, was schnell gefunden und wonach lange gesucht wird. Schließlich zeigen Blanco-Aufsteller Inhabern von Lebensmittelläden bereits virtuell die Wirkung von Displays am POS. Mittels einer App kann das Display auf einem Tablet befüllt werden und sodann wunschgemäß noch vor der Produktion in Layout oder Größe angepasst werden.

Einkaufen per Smartphone

Für Eilige, die sich den Weg durch die Gänge sparen möchten oder kurzfristig den geplanten Shoppingbummel verkürzen, soll es eine neue Art des Lebensmittel-Shoppings geben. Auf übergroßen Leinwänden werden die Waren abgebildet. Wie im echten Regal können Verbraucher sich die gewünschten Produkte zusammensuchen und per Smartphone fotografieren, bestellen, bezahlen und liefern lassen: Die Artikel sind sämtlich im Hintergrund mit dem Warenwirtschaftssystem des jeweiligen Händlers vernetzt.
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