Die Beste-Reste-Box besteht aus wasser- und fettresistentem FSC-zertifiziertem Kraftpapier und kann 1.350 Milliliter Lebensmittelreste transportieren. Foto: BMEL

Die Beste-Reste-Box besteht aus wasser- und fettresistentem FSC-zertifiziertem Kraftpapier und kann 1.350 Milliliter Lebensmittelreste transportieren. Foto: BMEL

Beste Reste

Mit guten Gewissen verpackt für den zweiten Genuss

Vorbei sind die Zeiten, wo man es nicht gewagt hätte, im Restaurant zu fragen, ob man die auf dem Teller verbliebenen Köstlichkeiten zum späteren Verzehr mit nach Hause nehmen kann. Denn zahlreiche Projekte weltweit haben dafür gesorgt, dass immer mehr Konsumenten, Produzenten, Verarbeiter, Lieferanten und sonstige Teilnehmer der Lebensmittelprozesskette darauf achten, Lebensmittelverluste und –verschwendungen zu vermeiden. Eine ganz aktuelle Gemeinschaftsaktion mit dem Titel ‚Beste-Reste-Box’ präsentierte das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) kürzlich in Berlin der Öffentlichkeit.
Nicht nur Kinder schaffen oft nicht, was auf dem Teller liegt. Auch für Senioren sind die oft zu großzügig gefüllten Teller im Restaurant meist nicht zu schaffen. Foto: Robert Kneschke / fotolia,com

Nicht nur Kinder schaffen oft nicht, was auf dem Teller liegt. Auch für Senioren sind die oft zu großzügig gefüllten Teller im Restaurant meist nicht zu schaffen. Anstatt die Reste wegzuwerfen, sollten sie besser mit nach Hause genommen und dort verzehrt werden. Foto: Robert Kneschke / fotolia.com

Ein Drittel aller Nahrungsmittel geht verloren

Laut Weltgesundheitsorganisation FAO beträgt der weltweite Verlust an verzehrbaren Nahrungsmitteln rund 1,3 Milliarden Tonnen. Diese Menge an verschwendeter oder verlorener Nahrung würde rechnerisch ausreichen, um rund zwei Milliarden Menschen zu ernähren. Die Lebensmittel werden entweder weggeworfen oder gehen auf dem Weg vom Erzeuger zum Verbraucher verloren.

Gleichzeitig steigt die Weltbevölkerung stetig an, die Agrarproduktion muss entsprechend erhöht werden, um Hunger zu vermeiden. Wenn es gelänge, die aktuellen Lebensmittelverluste um mindestens die Hälfte zu reduzieren, müsste die notwendige Weltnahrungsmittelerzeugung in Zukunft wesentlich geringer steigen, so die Prognosen der FAO.

Während es in den wenig entwickelten Ländern eher um den Verlust durch Verderb geht, findet in westlichen Industrienationen primär Lebensmittelverschwendung statt. Laut Angaben der Initiative SAVE FOOD von FAO, UNEP und Messe Düsseldorf werden bis zu 30 Prozent aller Lebensmittel hier ungenutzt entsorgt. In den vergangenen Jahren rückte das Thema nicht zuletzt wegen des Engagements der Initiative SAVE FOOD und ihrer Partner verstärkt in das öffentliche Bewusstsein. Mittlerweile engagieren sich zahlreiche Projekte gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln.
Die Beste-Reste-Box wird seit Ende August 2016 auch in der Metro verkauft. Foto: BMEL

Die Beste-Reste-Box wird seit Ende August 2016 auch in der Metro verkauft. Foto: BMEL

Gut verpackt nach Hause

Und genau so kam die Beste-Reste-Box zustande. In der Gemeinschaftsaktion „Restlos genießen“ des Infoportals für nachhaltige Gastronomieangebote Greentable und der Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des deutschen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben sich engagierte Köpfe dem Thema Lebensmittelverschwendung in Restaurants, Großküchen und Eventcaterings angenommen. Denn allein dort gehen nur in Deutschland pro Jahr und Gast rund 24 Kilogramm Lebensmittel verloren. Wichtig ist Vermeidung an dieser Stelle nicht nur für die Gesellschaft und Politik, sondern auch für den Gastronomen selbst. Dies zeigt eine aktuelle Studie der METRO Cash & Carry GmbH, die die Beste-Reste-Boxen seit Ende August 2016 in ihren Märkten an Restaurants und Gastronomiebetriebe verkauft. Laut Studie erachten 98 Prozent der Gastronomen es für ‚wichtig’ oder ‚eher wichtig', Lebensmittel nicht zu verschwenden.
„Weg vom Doggybag – hin zu restlosem Genuss für den Menschen“. Damit umwirbt der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt die Beste-Reste-Box für nicht verzehrte Nahrung im Restaurant oder G

„Weg vom Doggybag – hin zu restlosem Genuss für den Menschen“. Damit umwirbt der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt die Beste-Reste-Box für nicht verzehrte Nahrung im Restaurant oder Gastronomiegewerbe. Foto: BMEL

Happy End

Der Name ‚Beste-Reste-Box’ macht eigentlich schon deutlich, wozu der Faltkarton mit praktischem Henkel gedacht ist. Ohne Scham sollen Restaurantgäste oder Eventbesucher damit die nicht verputzen Delikatessen auf dem Teller mit nach Hause nehmen können und dort beispielsweise praktisch mit der Box in der Mikrowelle erwärmen können. Bis zu 160 Grad Hitze hält die Kartonage aus, aber auch bei Minusgraden können die Lebensmittelreste sorglos im Gefrierschrank für einen späteren Genuss aufbewahrt werden. Damit auch Nichts auf Bluse oder Hemd tropft, sind die Boxen wasser- und fettresistent. Der Druck ist mit lebensmittelechten Farben aufgebracht und die Beschichtung wasserbasiert. Die geruchslosen Boxen sind recyclingfähig und zu 100 Prozent biologisch abbaubar.
Allein in deutschen Restaurants, Großküchen und Eventcaterings gehen pro Jahr und Gast rund 24 Kilogramm Lebensmittel verloren. Ein guter Grund für Spitzenkoch Christian Rach, bekannt als TV-Restauran

Allein in deutschen Restaurants, Großküchen und Eventcaterings gehen pro Jahr und Gast rund 24 Kilogramm Lebensmittel verloren. Ein guter Grund für Spitzenkoch Christian Rach, bekannt als TV-Restaurant-Tester, für die nachhaltige Reste-Box zu werben. Foto: BMEL

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